Christmette - Heilig Abend 2017

Der ganze Gottesdienst im Video

Gottesdienst in der Christnacht am 24. Dezember

Predigtgedanken zu

‚Maria aber behielt alle diese Worte in ihrem Herzen …‘ (Lukas 2, 9)

gehalten von Superintendent Hans Hentschel, Mitarbeitenden und der Kantorei 

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Glockenläuten

Kantorei ‚Ach, mein herzliebes Jesulein …‘

Begrüßung

Anzünden der Kerzen

Eine/r:  Wir halten diesen Gottesdienst im Namen des Vaters. Wir bitten Gott, wenn wir die erste Kerze anzünden:  Du allmächtiger Gott, der du deinen Sohn als Kind in der Krippe in unsere Welt gibst, erbarme dich unser, und vergib uns unsere Sünde und führe uns zum ewigen Leben.

Eine/r: Wir halten diesen Gottesdienst im Namen des Sohnes. Wir bitten um des Sohnes und um der Verheißung der Engel auf den Feldern von Bethlehem willen, wenn wir die zweite Kerze anzünden:  Nimm von uns, Gott, unsere Sünde  und gib, dass wir mit freiem und fröhlichem Herzen dir dienen und dich preisen durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Eine/r: Wir halten diesen Gottesdienst im Namen des Heiligen Geistes. Wir bitten angefüllt mit dem Heiligen Geist Gottes, wenn wir die dritte Kerze anzünden: Lass mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir lass mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr.

Eine/r: Drei Kerzen brennen und wir sind zusammen im Namen des Vaters, der es Weihnachten werden lässt, im Namen des Sohnes, der die Liebe predigt und im Namen des Geistes, der uns lehrt die Liebe zu leben.

Lied EG 40, 1 – 3 + 5 ‚Dies ist die Nacht, da mir erschienen …‘

1. Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht.

2. Lass dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein; der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht,

3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein.

5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst,

wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll.

Psalmen Motette

Eine/r: Wo liegt eigentlich Bethlehem?

Eine/r: Bethlehem ist ein kleines Dorf in Palästina!

Eine/r: Ein kleines Dorf? Keine Stadt mit Regierungssitz und Präsidenten?

Eine/r: Nein, ein Kaff, wenn man so will.

Eine/r: … und von dort aus verändert sich die Welt? Weltveränderung aus einem Kaff?

Eine/r: Die Profeten haben es so geschrieben …

Einer/r: Welche Profeten?

Eine/r: Zum Beispiel der Profet Micha!

Eine/r: Der hat geschrieben, dass aus dem Dorf Bethlehem, eigentlich einem Kaff mit wenigen Häusern und vielen Schafen auf den Weiden rundherum ein Weltveränderer kommen kann?

Eine/r: Ja!

Eine/r: Ha! Das will ich hören.

Alle: Und du Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Orten in Juda,aus dir soll mir kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Ewigkeit her gewesen ist.

Eine/r: Da staune ich! Und dieser Micha, woher wusste der das?

Eine/r: Gott hat es ihm gesagt. 

Eine/r: Dann stimmt es also?

Eine/r: Ja, es stimmt. Und Jesus wird in Bethlehem geboren. In einem Stall.

Eine/r: Jesus, der Weltveränderer?

Eine/r: Ein Kind. Das Kind Gottes. Der Weltveränderer!

Alle: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Eine/r: Und Jesus ist dieses Kind?

Eine/r: Ja! Das glauben wir Christen.

Eine/r: Wer glaubt wird selig!?  

Eine/r: Genau! Denn wir glauben an Jesus als Retter der Welt.

Alle: Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.

Und seine Herrschaft wird groß werden und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und in seinem Königreich.

Eine/r: Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang so auch jetzt und immerdar. Halleluja! Halleluja!

Lied EG 39, 1 – 4 ‚Kommt und lasst uns Christum ehren …‘ 

1. Kommt und lasst uns Christum ehren Herz und Sinnen zu ihm kehren! Singet fröhlich, lasst euch hören, wertes Volk der Christenheit!

2. Sünd' und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen; wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin.

3. Sehet, was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud.

4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satan hat betrogen, zu besuchen aus der Höh.

7. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht.

Gemeinsames Gebet

Allmächtiger Gott, du kommst mit deiner Liebe in die Enge unserer Verhältnisse. Nun bitten wir dich zu dieser späten Zeit des Heiligen Abends: Lass unser Herz weit werden, deine Güte zu fassen, und mach uns froh über die Geburt deines Sohnes, damit wir dich mit allen Geschöpfen loben können. Weil deine Liebe, Gott, mit Jesus in unsere gewalttätige Welt gekommen ist, lass uns das Lieben lernen. Hilf uns durch diese Geburt in ärmsten Verhältnissen, dass wir an der Hoffnung festhalten können, dass wir deine Wunder sehen lernen und dass wir deinem Frieden trauen.

Das bitten wir durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus, der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und Leben schenkt in Ewigkeit.

Schriftlesung aus Jesaja 9,  - 6

Kantorei ‚Brich an, du schönes Morgenlicht …‘

Schriftlesung 1 aus Lukas 2

Kantorei ‚Schaut hin, dort liegt im finstern Stall ...‘

Schriftlesung 2 aus Lukas 2

Lied EG 48, 1 – 3 ‚Kommet, ihr Hirten …‘

1. Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Fraun, kommet, das liebliche Kindlein zu schaun, Christus, der Herr, ist heute geboren, den Gott zum Heiland euch hat erkoren. Fürchtet euch nicht.

2. Lasset uns sehen in Bethlehems Stall, was uns verheißen der himmlische Schall! Was wir dort finden, lasset uns künden, lasset uns preisen in frommen Weisen. Halleluja.

3. Wahrlich, die Engel verkündigen heut’ Bethlehems Hirtenvolk gar große Freud’. Nun soll es werden Friede auf Erden, den Menschen allen ein Wohlgefallen. Ehre sei Gott.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, der uns wie am ersten Schöpfungstag ins Leben im Licht seiner Liebe ruft.

Und ich glaube an Jesus Christus, das Gotteskind, von Maria zur Welt gebracht.

Er hat alle Menschen als Brüder und Schwestern geliebt, er hat sie geheilt und aufgerichtet, heilt und rettet auch heute noch.

Er hat gelitten unter den Menschen, die an das Gesetz des Todes und der Gewaltigen glaubten.

Er ist hineingegangen In die Mitte des Todes und wurde von Gott aus dem Tod neu ins Leben gerufen.

Er sitzt an der Seite der Ohnmächtigen, denen Gott Macht verleiht.

Von dort kommt die Botschaft zum Leben, das die Lebenden stärkt und den Toten einen Platz in Gottes Ewigkeit gibt.

Ich glaube, dass Gottes Geist lebendig macht, zur Liebe befähigt, zur Vergebung ruft, zur Wachsamkeit drängt und zum Leben für alle auffordert, weil Gottes Leben ewig währt. Amen

Kantorei ‚Seid froh …‘

Predigt

Liebe Gemeinde,

Ich habe hier eine unserer Krippenfiguren. Es ist Maria. Im Krippenbild spielt sie eine Mittelpunktsrolle. Steht, sitzt oder kniet direkt neben dem Jesuskind. In der Weihnachtsgeschichte, wie sie in der Bibel steht spielt sie eher eine Nebenrolle. Wird erwähnt: ‚Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa mit Maria, seinem anvertrauten Weibe, die war schwanger …‘, kommt dann nicht mehr mit Namen vor, wird zugestellt mit Engeln und Hirten, mit Königen und mit Ochs und Esel und wird dann erst wieder ganz am Ende erwähnt: ‚Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.‘

Es ist ja eigenartig wie menschliches Denken funktioniert. Mir ist das in diesem Jahr zum ersten Mal aufgefallen, dass Maria in der Weihnachtsgeschichte des Lukas zwar immer mitgedacht wird - ‚Und sie wickelten das Kind in Windeln und legten es in eine Krippe‘ – dass sie aber sonst so ein wenig untergeht. Die Engel und die Hirten nehmen viele Verse ein, Maria findet namensmäßig zwei Mal so am Rande eine Erwähnung.

Nun kann man sagen, dass der Evangelist Lukas vielleicht evangelisch war und an einer Marienverehrung kein Interesse hatte, aber das wäre natürlich theologischer Unsinn.

Beim englischsprachigen Gottesdienst vor dem 2. Advent bin ich auf Maria gestoßen worden. Da gibt es diese lange Lesung ‚In derselben Gegend waren Hirten auf dem Felde, die hüteten des Nachts ihre Schafe …‘ und dann sagen die Hirten ‚Lass uns nach Bethlehem gehen und sehen, was der Herr dort kund getan hat …‘ und dann gehen die Hirten und besuchen das Kind – ich stelle mir vor, dass sie am Eingang des Stalles erzählen, was ihnen über den Neugeborenen gesagt wurde – und nachdem sie die Sache beschaut haben, machen sie sich wieder auf.

Zurück im Stall bleibt – und jetzt ist sie dann doch Hauptfigur – zurück im Stall bleibt Maria, von der im englischen Text – als ich da so bei Lessons und Carols vor dem 2. Advent sitze – von der im englischen Text gesagt wird: ‚But Mary treasured all these words and pondered them in her heart.‘ Auf Deutsch – wir haben es ja gerade gehört: ‚Maria aber behielt alle diese Worte in ihrem Herzen und bewegte sie.‘

‚Maria ABER …‘. Das ist ja nur ein kleines Wörtchen, dieses ABER und doch geschieht durch den Gebrauch dieses Wortes etwas. Die Hirten sind wieder heimgekehrt, der Stall liegt – aber Heidschi bum Beidschi bummbumm – ohne Engelchöre und Hirtenvolk wieder ganz einsam da … und das ABER wird zum Scheinwerfer, der sich ganz auf Maria richtet.

Die sitzt da im Stall in eingekehrter Stille und die vielen Worte, die über ihr Kind gesagt wurden, klingen in ihr nach, füllen ihr Herz.

Mütter und Väter kennen das, Großeltern auch, wie die Worte nachklingen, die über Babies gesagt werden: ‚Ganz die Mutter!‘ – ‚Und so blaue Augen‘ – ‚Sieht so zerbrechlich aus!‘ – ‚Ach, wie süß!‘

Und dann kehren selbst die Abgeklärtesten zurück in Babysprache: ‚Eitattei … wo ist er denn?‘ 

Vielleicht haben sich Hirten über die Krippe gebeugt und haben plötzlich die Hartekerleattitüde vergessen und ‚Eiteitatei‘ mit dem Kind gesprochen. So findet es sich in einem unserer Kirchenlieder zur Weihnacht wieder, das ich deswegen fast nie singen lasse, weil es so albern wirkt: ‚Eia wär’n wir da! Eia, wär’n wir da!‘

Und Maria behält die Worte, die über ihr Kind gesprochen wurden in ihrem Herzen.            

Daran hatte sie noch gar nicht gedacht, als einige der Hirten aus der Heiligen Schrift des Volkes Israel zitierten. Daran hatte sie noch gar nicht gedacht, dass man ihr Kind, ihren Sohn, Wunder-Rat nennen könnte. Friedens-Fürst…

Einer der Hirten hatte über der Krippe mit diesen Worten angebetet: ‚Ein Kind ist uns gegeben, ein Sohn ist uns geboren und die Herrschaft ruht auf seinen Schultern und sein Name wird sein: Wunder-Rat, Ewig Vater, Friedensfürst, Gott-Held …‘.

Einige der Hirten hatten Maria angesprochen. ‚Die Engel singen, dass dieses Kind die kaputten Verhältnisse ändern wird. Wir haben es selbst gehört: ‚Euch ist heute der Heiland geboren!‘

Und dann erinnert sich Maria wie sie da in der eingekehrten Stille im Stall sitzt und Josef erschöpft hinten in der Ecke schläft und schnarcht, wie es ihr ja schon vor nun neun Monaten gesagt wurde: ‚Man wird ihn Sohn des Höchsten nennen.‘            

Alle diese Worte beginnen in Maria zu leben. Jetzt, wo das Kind heraus ist, und die Sorge um das wachsende Leben in ihr dem mütterlichen Stolz weichen kann, ist in Maria Platz für all die Worte, die über dieses Kind bereits gesagt wurden.

Da beugte sich doch tatsächlich eine der Hirtinnen über die Krippe, besah sich den kleinen Mann im Stroh, wies mit dem Finger auf das himmlisch erleuchtete Feld und flüsterte in die Krippe hinein und damit direkt in Marias Herz, die neben der Krippe das Kerlchen immer noch bestaunte: ‚Das Volk, das im Finstern wandelt sieht ein großes Licht und über denen, die da wandeln im dunklen Lande scheint es hell …‘.

Weihnachtsgeschichte nach Lukas im zweiten Kapitel der 28. Vers: Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

Auf Englisch: ‚Mary treasured all these words …‘.

Ein ‚treasure‘ ist ein Schatz .

‚Maria aber legte alle diese Worte als Schatz in ihr Herz …‘.

Das Herz als Sparbuch oder als Spardose.

1. Wir alle kennen Worte, die als Schatz in unserem Herzen liegen. Worte, die uns verfolgen. Worte, die bleiben.

Worte, die bleiben.

Worte, die im Herz wie auf einem Sparbuch liegen.

Taufsprüche, Konfirmationsspruch, Trauspruch, ein Wort, das einfach mal gepasst hat und das man nicht vergisst.

Kennen Sie auch. Müssen nicht immer christlich sein, können auch von ganz woanders kommen, aber mir fallen vor allem die christlichen als Beispiele ein:   

‚Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln …‘

‚Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt …‘

‚Von guten Mächten wunderbar geborgen …‘.

‚So nimm denn meine Hände …‘

2. Maria legt sich die Worte, die über ihr Kind gesagt werden – da in der Nacht von Bethlehem – aufs Sparbuch ihres Herzens. Sie ‚behält‘, meint: ‚sie spürt ihnen nach‘.

Und wenn es einen Eintrag in diesem Sparbuch Mariens gibt, dann steht da: ‚Dies ist die Nacht da mir erscheinen des großen Gottes Freundlichkeit ,der Glanz in dieser kleinen Hütte streckt sich in alle Welt hinein.‘

Das sind Worte aus einem Gesangbuchlied, das wir selten singen, weil es keine weihnachtliche Melodie hat, sondern die des Lobliedes ‚O, dass ich 1000 Zungen hätte …‘.

Maria also sitzt da im Stall, hängt mit den Gedanken noch an der Geburt, sieht im Geiste noch die Besuchergruppen an der Krippe, und sieht wirklich ihr kleines Kind, von dem die Hirten sagten, er sei der Heiland, gewickelt in Windeln und in einer Krippe liegend.

3. Und mit dem Sparbuch des Herzens und mit den Worten ‚Dies ist die Zeit, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit‘ demokratisiert sich Weihnachten, wird zu einem Fest, das durch das Jahr der Glaubenden zu jeder Zeit möglich ist. Sagen wir ja manchmal: Das war wie Weihnachten!

Mitten im Mai ist die Familie mit den Fahrrädern unterwegs und die Vierjährige ist zum ersten Mal ohne Stützräder mit dabei. Vorne Mutter, Mitte Kind, hinten Vater und da sieht das Kind auf der anderen Seite ein kleines Kaninchen, schert aus, vergisst alle Ermahnungen und fährt genau dem von hinten kommenden Auto vor die Schnauze, aber die Autofahrerin kann quietschend bremsend ausweichen und es passiert nichts.

‚Dies ist die Zeit, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit …‘.

Worte, die über das zur Weihnacht geborene Kind gesagt wurden, bewegen sich im Herzen vom Sparbuch weg in das richtige Leben: ‚Welt ging verloren, Christ ist geboren!‘

Und nach unserem Glauben gilt das sogar in den schwierigen und schwersten Zeiten, wenn wir meinen, keine Herberge mehr finden zu können, in denen wir mit unserem Schmerz und unserer Trauer umgehen könnten. Dann dürfen wir damit rechnen, zum Stall geschickt zu werden und von dort aus mit Jesus auf dem Weg zum Kreuz gehen zu können und wir können entdecken, dass auf dem Sparbuch unseres christlichen Herzens schließlich auch dieses Wort liegt, das über den krippengeborenen Jesus gesagt wird: ‚Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil annehmen werfen allen Kummer weg! Sehent, was hat Gott gegeben, seinen Sohn zum ew‘gen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud.‘

4. Maria aber legte alle die Worte, die über dieses Kind gesagt wurden auf das Sparbuch ihres Herzens und bewegte sie dort, spürte ihnen nach: Was soll das bedeuten…?

Wer heute die Worte als Sparschatz hat, die über Jesus gesagt werden – ‚Christ ist erschienen, um zu versühnen – Welt ging verloren, Christ ward geboren - … wer diese Worte heute als Sparschatz seines Lebens hat, der schaut anders in die Welt. Diese Worte des Glaubens werden nämlich nicht allein im Herzen bewegt, sondern bringen auch Bewegung in die Welt.

Friedensbewegung, Heilsbewegung, Gerechtigkeitsbewegung.

Und für diese Bewegungen und für die, die den Worten nachspüren, die über Jesus gesagt werden,  gibt es keine Obergrenze des Guten und kein Kontingent an Gottgefälligkeit.

Denen, die unbedingt Erste – auf englisch ‚first‘ sein wollen werden sie dann sagen – um heute mal ein gar nicht weihnachtliches sondern reformatorisches Lied zu bemühen – ‚Das First dieser Welt, wie saur es sich stellt, tut es uns doch nicht, das macht, es ist gericht, ein Wörtlein kann es fällen!‘ 

Und dieses Wörtlein – ja in einer unweihnachtlichen Welt verdient es vielleicht diese Verkleinerungsform, aber sie stimmt nicht - … und dieses Wörtlein, das im Herzen der Maria als  Sparschatz liegt, und das auch wir in unseren Herzen bewegen, weil es uns in Bewegung bringt, … dieses Wörtlein wird den Hirten und uns gesagt: ‚Siehe ich verkündige euch große Freude, denn euch ist heute der Heiland geboren!‘

Und es wurde durch die Profeten schon Generationen vorher gesagt: ‚Das Volk, das im Finstern wandelt, seiht ein großes Licht …‘ und wir sagen es uns seit Tagen zu: ‚Christ der Retter ist da!‘ Frohe Weihnachten. Amen     

Kantorei ‚Ich will dich mit Fleiß bewahren…‘

Fürbitten

Hans: Vater im Himmel, Gott der Weihnacht, Herr des Lebens, Garant der Liebe, wir danken dir dafür, dass unser Glaube sich bei dir bergen kann. In den geöffneten Armen des erwachsenen Christus können wir lachen, können wir weinen, dürfen wir leben, dürfen wir sterben, bleiben wir in den Höhen und Tiefen unseres Lebens.

Wir danken für den Stern deiner Beständigkeit, der mit deinem Sohn seinen Lichtstreif der Rettung durch die Welt zieht, in der er predigt, heilt, annimmt und liebt.

Und als Menschen, die das Licht deiner göttlichen Wahrheit in den tausend Dunkelheiten des Lebens in dieser Welt sehen, bitten wir dich:

Lektor 1: Sei bei denen, die heute einsam sind.

Lektor 2: Sei bei denen, die heute weinen.

Lektor 3:  Sei bei denen, die gedankenlos und lässig auf Kosten anderer leben.

Lektor 1: Sei bei denen, die für andere Dienste tun.

Lektor 2: Sei bei denen, die heute und an den kommenden Tagen dein Wort sagen.

Lektor 3: Sei bei denen, denen vieles im Leben fehlt.

Lektor 1: Und weil du immer wieder deine Engel brauchst, die deine Nähe verkündigen, so wie es die Engel in dieser Nacht tun, lass uns zu solchen Engeln werden, die dein Sein in dieser Welt bekräftigen.

Lektor 2: Nimm uns in den Dienst der Weihnacht, die ein helles Licht in die Dunkelheiten der Armen, der Verlassenen, der Vergessenen und der Verachteten bringt.

Lektor 3: Wenn am Weihnachtsbaume die Lichter brennen, lege ein Brennen in unsere Herzen, dass die Welt besser werde.

Hans: Wenn die Stille Nacht und die Heilige Nacht vergangen ist, lass uns nicht einsam sondern gemeinsam darüber wachen, dass die kleine Welt unseres Leben gerechter, friedlicher und bewahrender wird.

Das bitten wir in Jesu Namen und beten gemeinsam weiter:  

Vaterunser

Lied EG 44, 1 – 3 ‚O du fröhliche …‘ 

1. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!

2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!

3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Segen 

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