2. Advent

Familiengottesdienst am 2. Advent

mit dem Seniorenchor

‚Ein Adventswunder‘

gehalten von Superintendent Hans Hentschel 

 

 

 

Glockenläuten

Orgelvorspiel oder Seniorenchor

Begrüßung

Kerzenanzünden

Eine/r: Die erste Kerze wird angezündet. Gott macht in der Welt sein Licht der Liebe an. Wir freuen uns daran, dass Gott Vater wird. Vater von Jesus Christus, der in der Krippe geboren wird.

Eine/r: Die zweite Kerze wird angezündet. Christus wird zum Licht der Welt. Wir freuen uns, dass  Jesus geboren wird und denken daran, dass er uns mit lauter Stimme in das Reich der Liebe Gottes rufen wird.

Eine/r: Die dritte Kerze wird angezündet. Der Heilige Geist macht uns zum Licht für die Welt. Wir freuen uns, dass der Geist Gottes keine Unterschiede zwischen fremd und einheimisch, zwischen schwarz und weiß, zwischen arm und reich macht. Wir denken daran, dass der Geist Gottes auch den Unzufriedenen Zufriedenheit schenken kann.

Eine/r: Drei Kerzen brennen. Sie zeigen: wir sind zusammen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen 

Lied ‚O komm, o komm, du Morgenstern …‘

Statt eines Psalms

A: Er kommt!

B: Wer kommt?

A: Na, ER!

B: Wer ist ER?

A: Es ist der Herr!

B: Welcher Herr? Herr Meier? Herr Müller? Herr Schulze?

A: Nein! DER  Herr!

B: Wer ist DER Herr?

A: Der Herr Jesus! Der Christus! Der Retter! Der Heiland der Welt!

B: Der kommt?

A: Ja, der kommt!

B: Was für ein Glück!

A: Ja ein großes Glück! Ein Supergroßes Glück! Hosianna!

B: Hosianna?

A: Ja. Hosianna!

B: Er kommt tatsächlich?

A: Tatsächlich!

B: Wann?

A: Jetzt! Heute! Weihnachten!

B: Na dann …

A: O wohl dem Land, o wohl der Stadt, die diesen Jesus bei sich hat. Halleluja!

 

Lied ‚Gelobt sei, der kommt …‘

Gebet

Jesus Christus, wo du hinkommst, da kehrt Heil ein; wo du hinkommst, da werden Menschen verwandelt; da entsteht Hoffnung, Freude, Liebe, Geborgenheit. Dafür danken wir dir. Und nun bitten wir dich für diesen Gottesdienst und für diese kommende Zeit des Advents: Komm du in dieser vor uns liegenden Zeit des Advent in diese Welt, in der so viele erschöpft und enttäuscht sind und nicht mehr an deine Liebe glauben können. Amen

Seniorenchor ‚Maria durch ein Dornwald ging …‘

Glaubensbekenntnis

Lied ‚Ein Licht geht uns auf …‘

Liebe Gemeinde,

ich will von einem Adventswunder erzählen. Dazu gehört diese Kerze.

Wir hatten am vergangenen Sonntag in unserem Haus alles so richtig schön adventlich eingerichtet. Natürlich steht in unserer Stube ein Adventskranz. Meine Frau und ich setzten uns in die Stube und natürlich zündeten wir die erste Kerze an. Erinnerten uns daran, wie gedankenversunken wir selbst als Kinder vor dem Adventskranz saßen oder wie gern auch unsere Kinder rund um den Kranz saßen. Dann fiel mir ein, dass ich eigentlich schnell noch etwas im Büro erledigen könnte  und meine Frau fand das überhaupt nicht so schlimm, weil sie selbst auch noch ein paar Mails an Freundinnen schicken wollte. Ich ging also in meinen Amtsbereich und meine Frau in ihr Zimmer.

Am Schreibtisch sitzend – ich hatte mich in einen Artikel in einer Zeitschrift vertieft – höre ich wie im Haus gerufen wird.

‚Hallo! Hallo! Halloooho!‘

Meine Frau will etwas, denke ich und gehe in den Flur.

Da steht meine Frau auf der halben Treppe und nahezu gleichzeitig fragen wir einander.

‚Ist was Besonderes? Was willst du denn?‘

Wieder nahezu gleichzeitig sagen wir beide. ‚Wieso? Du hast doch gerufen …‘.

Da hören wir es wieder.

‚Hallo! Hallo! Halloooho!‘

Jemand Fremdes im Haus. Die Stimme kommt aus der Stube. Meine Frau kommt die Treppe runter, gemeinsam gehen wir – ein bisschen ärgerlich über den dreisten Eindringling – in die Stube. Niemand da!

Aus dem Fernseher kann die Stimme auch nicht kommen. Auch in der benachbarten Küche ist niemand.

‚Hallo! Hallo! Halloooho! Ich bin es!‘ ruft die Stimme und mit einem erheblichen Schrecken – Sie können sich das sicher denken – merken wir, dass die Kerze am Adventskranz zu uns spricht.

Meine Frau schüttelt ungläubig mit dem Kopf, ich greife nach ihrer Hand.

‚Höre ich die Kerze mit uns sprechen?‘ frage ich.

‚Klar hören Sie die Kerze mit Ihnen sprechen!‘ ruft die Kerze. ‚… und zwar hochempört, wenn Sie es genau wissen wollen.‘

‚… und warum sind Sie hochempört?‘ fragt meine Frau.

‚Weil Sie mich angezündet und hier dann einfach stehen gelassen haben,‘ antwortet die Kerze. ‚Ich werde hier weniger und weniger, verbreite meinen Kerzenschein, gebe mir Mühe, es in diesem Raum nett zu machen und Sie gehen einfach weg und gehen Ihren Tagesgeschäften nach. Das finde ich rücksichtslos!

Mir ist gesagt worden, dass ich als Adventskerze einen heiligen Schein verbreiten werde, dass Menschen bei meinem Brennen so ein Brennen im Herzen spüren werden, dass die Welt doch ein besserer Platz werden kann. Mir ist gesagt worden, dass ich himmlisches Licht abgebe. Und dann lassen Sie mich beim Brennen allein.‘

Nun ist es der Kerze tatsächlich gelungen, jedenfalls mich total davon abzubringen, dass ich mich darüber wundere, dass sie spricht. Ihre Empörung beschämt mich ein bisschen.  Aber bevor ich irgendwie antworten kann, schimpft sie weiter.

‚Advent, Advent, ein Lichtlein brennt …, so ist es uns gesagt worden, als wir für die Adventskränze ausgesucht wurden.‘ Das kleine Flämmchen der Kerze zittert vor Empörung.

‚Die Menschen würdigen euch besonders, ist uns gesagt worden. Sie sagen in eurer Gegenwart Gedichte auf und was höre ich von all den Adventskranzkerzen aus der Umgebung. Sie brennen und die Menschen merken es gar nicht. Hier streiten sich zwei unter dem Adventskranz, dort läuft der Fernseher gegen dessen Konkurrenz unser Licht lächerlich ist und bei uns … bei uns … gehen einfach alle raus und lassen mich allein.‘

‚Naja,‘ versuche ich in diesem Schimpfausbruch dazwischen zu kommen. ‚Auch der Adventskranz ist eben ein Ambienteartikel. Verstehst du … Deko! Ähm …‘.  

‚Ambienteartikel?!‘ flackert das Licht jetzt erst richtig los. ‚Ambietenartikel?!‘

‚Naja,‘ versucht meine Frau zu beschwichtigen . ‚Das meint er nicht so!‘

‚Uns wurde gesagt …‘ beginnt die Adventskranzkerze neu. ‚Uns wurde gesagt, dass wir als Kerzen auf ein sehr viel größeres Licht hinweisen, das von den Menschen – von euch! Menschen – sehnlichst erwartet wird. Uns wurde gesagt: Im Vergleich zu dem Licht, auf das die Menschen warten seid ihr nur ganz ganz ganz ganz kleine Lichter! Das wurde uns gesagt. Und uns wurde nicht gesagt, dass wir uns verzehren müssen während im Haus ferngesehen, gebügelt, gestaubsaugt, gearbeitet, sich gelangweilt oder sich gestritten wird. Uns wurde gesagt: Ihr Adventskranzkerzen brennt weil ihr darauf hinweist, dass in allen Dunkelheiten der Welt ein Licht angehen wird, das den dunklen Machenschaften eine Ende macht. Das wurde uns gesagt!‘

‚Das stimmt ja auch …‘ sage ich. ‚Jedenfalls in gewisser Weise …‘.

‚Für ‚in gewisser Weise‘ brenne ich nicht,‘ pustet sich die Kerze selbst aus und wir stehen im Halbdunkel.

Aus dem Küchenradio hören wir die Musik von der CD mit neuen weihnachtlichen Liedern, die wir eingelegt hatten.

Passender Weise singt da gerade ein Kinderchor: ‚Ein Licht geht uns auf in der Dunkelheit …‘.

Meine Frau lacht, nimmt ein Streichholz, zündet die Kerze wieder an und spricht den Text mit

 ‚… durchbricht die Nacht und erhellt die Zeit. Licht der Liebe, Lebenslicht, Gottes Geist verlässt uns nicht.‘

‚Recht hast du,‘ sagt meine Frau zu der Kerze und ich finde das albern, dass ein erwachsener Mensch mit einer Kerze spricht.

Aber das ist das Zeichen dafür, dass ein kleines Adventswunder wieder von der Wirklichkeit überholt wird.

Stumm und leise vor sich hin brennend steht die Kerze da bei den anderen auf dem Adventskranz und aus dem CD Player klingt es:  ‚Ein Licht weist den Weg, der zur Hoffnung führt, erfüllt den Tag, dass es jeder spürt. Licht der Liebe, Lebenslicht, Gottes Geist verlässt uns nicht‘.

Von Jesus, der zur Weihnacht geboren wird, wird gesagt und bekannt, dass er Licht für die Welt ist. Er sagt: ‚Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern bleiben, sondern wird das Licht des Lebens haben.‘ Amen

Lied ‚Es wird nicht immer dunkel sein …‘

Vaterunser

Lied ‚Verleih uns Frieden …‘         

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