Karfreitag

Gottesdienst am Karfreitag mit Predigt zu Lukas 23, 33 ff

gehalten in der St. Martin Kirche von Bramsche

von Superintendent Hans Hentschel  

 

Instrumental Ute Emse und Michael Marfels  

Löschen der Kerzen auf dem Altar

Pastor singt: Christe, du Lamm Gottes …

Verlöschen der Kerzen

Eine/r: Die erste Kerze brennt und sie brennt für den Willen Gottes zur Liebe in aller Welt. Menschen sollen zusammenrücken und sich auf der einen Erde unseres Gottes als zur eine Welt gehörend empfinden. Menschen sollen von Gottes Liebe brennen. Das ist nicht so. Und darum verlöscht diese Kerze.

Eine/r: Die zweite Kerze brennt und sie brennt als Erinnerung an den Ruf Jesu: Folge mir nach! Menschen sollen sich als Heiler erweisen in den Nöten, die andere erleiden und erdulden. Menschen sollen zu anderen gehen und weniger auf das Eigene sehen. Stummen sollen sie Sprache geben, Blinden sollen sie Augen sein und Lahmen die Beine ersetzen. Das ist nicht so. Und darum verlöscht die Kerze.

Eine/r: Die dritte Kerze brennt im Namen des Heiligen Geistes, der dem Bösen und dem Terror Einhalt gebietet. Menschen sollen keine Freude am Tod Unschuldiger haben, sie sollen die Waffen nicht auf Kinder und Greise, Kranke und Entwurzelte richten. Menschen sollen mit dem Namen Gottes auf den Lippen nicht das Böse tun. Das ist nicht so. Und darum verlöscht die Kerze.

Eine/r: … und obwohl so viele Hoffnungen für diese Welt und in dieser Welt immer wieder sterben, und obwohl unser Bruder Jesus Christus heute stirbt, und obwohl Kreuze unser Leben umgeben sind wir zusammen gekommen, weil der Glaube nicht tot zu kriegen ist, dass Gott als Vater unser Leben begleitet, dass Jesus als Sohn den Tisch der Liebe Gottes nicht verlässt und dass der Heilige Geist uns nach Ostern schicken wird. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied EG 91, 1 – 3 + 6 – 8 ‚Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken …‘

Psalmgebet 716

Liedruf EG 178.9 ‚Kyrie eleison …‘

Gebet: Wir beten unter dem Kreuz Christi: Barmherziger Gott und Vater, du hast deinen Sohn Jesus Christus nicht verschont,  sondern ihn für uns alle in den Tod gegeben. Wir bitten dich: Lass uns im Leben und Sterben darauf vertrauen und ihm nachfolgen. Wir schauen auf das Kreuz. Wir sehen Jesus leiden und sterben: Jesus, für uns in den Tod gegeben.

Wir bitten: Gott, hilf uns, das Wort vom Kreuz zu hören und anzunehmen. Herr Jesus Christus, du hast aus Liebe den Tod auf dich genommen, wir bitten dich: Lass uns heute und alle Tage bei dir bleiben und aus deiner Liebe leben. Mit dem Vater und dem Heiligen Geist sei dir Ehre in Ewigkeit. Amen

Schriftlesung

Wir hören in der Schriftlesung von den letzten Minuten des Lebens Jesu. Aufgeschrieben stehen diese Dinge im 23. Kapitel des Lukasevangeliums in den Versen 33 bis 49. Wer es ohne Probleme kann, den bitte ich zur Schriftlesung, in der uns der Tod Jesu erzählt wird, aufzustehen. Diese Schriftlesung wird dann auch zum Ausgangspunkt der Predigt genommen.

Hella Benen: Als sie zu der Stelle kamen, die »Schädel« genannt wird, nagelten die Soldaten Jesus ans Kreuz und mit ihm die beiden Verbrecher, den einen links von Jesus, den anderen rechts. Jesus sagte: »Vater, vergib ihnen! Sie wissen nicht, was sie tun.« Dann losten die Soldaten untereinander seine Kleider aus. Das Volk stand dabei und sah bei der Hinrichtung zu. Die Ratsmitglieder verhöhnten Jesus: »Anderen hat er geholfen; jetzt soll er sich selbst helfen, wenn er wirklich der ist, den Gott uns zum Retter bestimmt hat!«

Auch die Soldaten machten sich lustig über ihn. Sie gingen zu ihm hin, reichten ihm Essig und sagten: »Hilf dir selbst, wenn du wirklich der König der Juden bist!« Über seinem Kopf hatten sie eine Aufschrift angebracht: »Dies ist der König der Juden.«

Hille: Einer der Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt worden waren, beschimpfte ihn: »Bist du denn nicht der versprochene Retter? Dann hilf dir selbst und uns!« Aber der andere wies ihn zurecht und sagte: »Nimmst du Gott immer noch nicht ernst? Du bist doch genauso zum Tod verurteilt wie er, aber du bist es mit Recht. Wir beide leiden hier die Strafe, die wir verdient haben. Aber der da hat nichts Unrechtes getan!« Und zu Jesus sagte er: »Denk an mich, Jesus, wenn du deine Herrschaft antrittst!« Jesus antwortete ihm: »Ich versichere dir, du wirst noch heute mit mir im Paradies sein.«

Es war schon etwa zwölf Uhr mittags, da verfinsterte sich die Sonne und es wurde dunkel im ganzen Land bis um drei Uhr. Dann riss der Vorhang vor dem Allerheiligsten im Tempel mitten durch, und Jesus rief laut: »Vater, ich gebe mein Leben in deine Hände!« Mit diesen Worten starb er.

Instrumental Ute Emse und Michael Marfels

Hella Benen: Als der römische Hauptmann, der die Aufsicht hatte, dies alles geschehen sah, pries er Gott und sagte: »Wahrhaftig, dieser Mensch war unschuldig, er war ein Gerechter!«

Auch all die Leute, die nur aus Schaulust zusammengelaufen waren, schlugen sich an die Brust und kehrten betroffen in die Stadt zurück, nachdem sie gesehen hatten, was da geschah. Alle Freunde von Jesus aber standen weit entfernt, auch die Frauen, die seit der Zeit seines Wirkens in Galiläa mit Jesus gezogen waren. Die Frauen sahen dies alles mit an.

Lied EG 98, 1 – 3 ‚Korn, das in die Erde fällt …‘

Liedruf: Meine Hoffnung und meine Freude ...

Glaubensbekenntnis

Im Jahr 1934 hat Pastor Dietrich Bonhoeffer ein Glaubensbekenntnis geschrieben, das ich mit Ihnen und euch jetzt beten will. Für uns heute an diesem Tag ist der Glaube wichtig, dass Gott auch aus allem Bösen Gutes werden lassen kann. Auch zu diesem Bekenntnis stehen wird auf:

Ich glaube,  

dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Das glaube ich. Amen

Wir singen von dem Lied unter der Nummer 94 die Verse 1 bis 5: Das Kreuz ist aufgerichtet

Lied 94, 1 – 5 ‚Das Kreuz ist aufgerichtet …‘

 

Predigt

 

Liebe Gemeinde, März 1522: in Wittenberg ist es zu Unruhen gekommen. Der Kollege des Wittenberger Professors für Bibelwissenschaften Dr. Martin Luther mit Namen Andreas Karlstadt predigt eine neue Lehre. Er wähnt sich auf der Seite Luthers, der – wie immer mehr Menschen jetzt sagen – tot sei. Vom Reichstag in Worms noch unbehelligt abgereist, verliert sich Luthers Spur in der Gegend von Eisenach im Wald. Räuber – so sagt man – haben ihn überfallen und weil von ihm seither nichts mehr zu sehen ist, nehmen die Gerüchte nicht ab: Der Luther ist tot. Aber – so wird der Prediger Andreas Karlstadt es nicht müde zu betonen – aber Luthers Ideen leben. Jetzt ist Zeit, so der Prediger Karlstadt, Luther umzusetzen. In Alltagskleidern hält er seine Gottesdienste, das Abendmahl kriegt jeder in beiderlei Gestalt, Heiligenfiguren werden aus der Kirche getragen und auf unheiligen Böden den Blicken der Menschen und dem Holzwurmbefall ausgesetzt. Karlstatd predigt von der Freiheit, die man sich nehmen kann. ‚Du bist dran!‘ predigt er dem Bauern und der Magd. ‚Achte mehr auf Dich!‘ Und gern zitiert er den Luther, der in einer seiner rasend schnell im ganzen Land verbreiteten Schrift geschrieben hat: ‚Ein Christ ist ein freier Mensch in allen Dingen!‘

Die Leute in Wittenberg, allesamt Gottesdientbesucher – keine Sonntagsmorgensausschläfer, keine Frische-Brötchen-beim-ausgedehnten-Frühstück-Verzehrer, keine Staujunkies auf kurzferienführenden Autobahnen - … die Leute in Wittenberg, allesamt Gottesdienstbesucherinnen finden solche Predigt gut.

‚Du bist dran!‘

‚Nimm die die Freiheit!‘

‚Tritt deinem Obernherrn mal im Namen Gottes in den Allerwertesten.‘

‚Lass dich nicht mit klugen lateinischen Floskeln predigtmäßig bedienen.‘

‚Nimm dein Leben aus der Hand jener, die dich bedrücken.‘

So was hat vor Luther, dem – Gott sei’s geklagt – von Kirche und Kaiser nun wohl endgültig das Maul gestopft wurde – Ist ja klar, solche Thesen können die Großkopferten sich nicht gefallen lassen! - … So was hat vor Luther niemand gesagt!

‚Ein Christ ist ein freier Mensch in allen Dingen!‘

Es rumort in der Stadtkirche von Wittenberg. März 1522!

‚Lasst es euch nicht mehr gefallen!‘

Was heute wie ein normaler evangelischer Gottesdienst wirkt, war für viele Wittenberger eine völlige Überforderung. Sie hatten das Gefühl, ohne „ordentliche“ Messe, ohne die vertrauten Andachtsbilder, ohne einen ordentlich gekleideten Pfarrer dem Teufel schutzlos ausgeliefert zu sein. Dementsprechend kam es nicht nur zu Unruhen in der Stadt, sondern auch zu Tumulten im Gottesdienst selbst. Die einen - spätmittelalterliche oder frühneuzeitliche Wutbürger – bejubelten die neue Kirchlichkeit, die anderen wussten nicht mehr so recht, was nun gilt und was wahr und fromm und richtig ist und wieder andere sehnten die Zeiten zurück, in denen so ein hergelaufener Luther Mönch noch still in seiner Zelle für seine und ihre Seelen betete.

Doch Luther ist nicht tot!

Auf der Rückreise vom Reichstag in Worms hat sein Landesfürst, Friedrich der Weise ihn im Mai 1521 entführen lassen. Als Junker Jörg lebt er dort anonym bis in den März 1522 und Luther hört auf der Wartburg aus seinem geliebten Wittenberg und gegen den Widerstand von Kurfürst Friedrich verlässt er die Wartburg, um in Wittenberg die Situation wieder zu beruhigen.

Wie tut er das?

Er predigt vom 9. bis zum 16. März jeden Tag.

Was predigt er?

Der Maler Lucas Cranach, der in Wittenberg seine Werkstatt hat, malt Luthers Predigt, und die führt uns direkt zu der Geschichte aus dem Lukasevangelium, die wir als Predigttext gehört haben. 

Im Predigttext nämlich wird mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger auf Christus gewiesen, der am Kreuz auf Golgatha stirbt. 

‚So viel zum Thema: Die Freiheit nehm ich mir …‘ predigt Luther. Und dann zeigt er den am Kreuz gefesselten. Er zeigt auf jemanden, der nicht die eigene Freiheit zum Zentrum seines Leben gemacht hat, sondern die Freiheit der anderen oder noch viel besser die Befreiung anderer, von diesem zwanghaften Protzen mit der eigenen Großartigkeit und von dem Immerdanachsuchen, was ‚mir‘ jetzt gerade gut tut, dient oder hilft. Luther predigt den Gekreuzigten. 

Das ist der Christus, den uns der Text aus dem Lukasevangelium bekannt macht. Wenn wir nichts über Jesus wüssten und nur diese Geschichte kennen würden. Dann würden wir hören: ‚Anderen hat er geholfen … und jetzt wirkt er hilflos‘.

Das erinnert mich an Fräulein Bagusche. Die war so ein örtlicher Engel. Suppe einlöffeln beim alten Stuckert, der nach einem Schlaganfall nicht mehr die Hände heben konnte. ‚So nimm denn meine Hände‘ und ‚Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl‘ Singen bei der uralten Frau Möscheid, die das dritte Jahr im Bett lag. Babysitten bei Nells, wo die Jüngste kurz nach dem Arbeitsunfall des Ehemannes Drillinge bekam. Und als sie selbst nicht mehr konnte ist sie alleingelassen und eine Woche lang unbemerkt in ihrem Zweizimmerhäuschen hinter der Bahn gestorben.

Auf diesen Christus weist Luther in der Stadtkirche zu Wittenberg auf dem von Lucas Cranach gemalten Bild hin. Einer der sich festnageln lässt auf Hilfe für andere.

Wenn wir nichts über Jesus wüssten und nur diese Geschichte aus dem Lukasevangelium kennen würden. Dann würden wir hören, wie der Gekreuzigte über jene, die ihn quälen, bittet: ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.‘

Hier lässt einer – darauf weist Luther die zuhörende Bürgerschaft von der Kanzel aus hin – hier lässt einer die Faust in der Tasche.

Das ist eine Karfreitagserfahrung: Mal darauf verzichten, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Dem Bösen mit Gutem zu begegnen. ‚Vater, vergib ihnen … das, was sie mir antun …!‘ Jesus am Kreuz beendet das Wettrüsten der Unmenschlichkeiten. ‚Sie wissen nicht, was sie tun!‘

Wenn wir nichts über Jesus wüssten und nur diese Geschichte aus dem Lukasevangelium kennen würden, die uns heute als Predigttext begegnet. Dann würden wir hören, dass dem Schuldig gewordenen im Moment der Erkenntnis von Schuld ein Stuhl in den Himmel gestellt wird: ‚Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein!‘

Hier ist einer, der nicht besserwisserisch denen, die an den eigenen Entscheidungen scheitern sagt: ‚Das hättest du dir vorher überlegen müssen.‘ Oder: ‚Das hast du dir nun eingebrockt, nun löffele es auch selbst aus!‘ oder so ein mundwinkelverziehendes ‚Tja, da kann ich dir nun auch nicht helfen!‘

Für eingesehene Fehler, Umkehr vom als falsch erkannten Weg gibt es bei diesem Jesus Freundlichkeit und keine Häme.

Auf dem Bild weist Luther auf den Mann am Kreuz, der den Sündern eine Chance gibt, der das Paradies zu teilen bereit ist, zu teilen mit jenen, die nicht daran mitgebaut haben, die nicht geboren dazugehören. Ich könnte das auch so lesen: ‚Und es war auch einer dabei, der wurde von einer wachsenden Zahl von Menschen als Flüchtling schnell kriminalisiert und er bat Jesus: Denke an mich! Und Jesus sagte: Wahrlich, ich sage dir. Ich selbst verbürge mich bei meinen Leuten in der Welt dafür, dass du mit Würde behandelt wirst.‘

Wenn wir nichts wüssten und nur diese Geschichte aus dem Lukasevangelium  kennen würden, in der uns Jesus begegnet. Dann würden wir hören, wie Jesus im Sterben sagt: ‚ Vater, ich gebe mein Leben in deine Hände!‘ Da würden wir etwas über Treue im Glauben lernen, der durchhält bis zum Schluss, der nicht mit Gott hadert. Wir würden über das Vertrauen lernen, dass da wo unsere Hände ins Leere greifen, Gott selbst zugreift.

Und letztlich würden wir davon hören, dass der Hauptmann unter dem Kreuz, der Römer, der eigentlich gegen Jesus ist, staunend zugibt: ‚Wahrlich dies ist ein gerechter Mensch gewesen‘. Ein guter Mensch!

Das Unwort des Jahres 2016 – vielleicht erinnern Sie sich noch – lautete ‚Gutmensch‘. Das ist das Zeugnis des römischen Hauptmanns über dem gestorbenen Jesus: ‚Ein Gutmensch!‘ Einer der – wie wir so sagen – ‚zu gut für diese Welt‘ ist. Aber das verrät ja auch schon vieles über den Karfreitag, der über unserer ganzen Welt liegt. Niemand dürfte eigentlich zu gut für diese Welt sein, sondern man müsste sich doch eigentlich danach sehen, dass immer Menschen gut und immer besser, immer größere ‚Gutmenschen‘ würden. Lieber Gutmensch als Unmensch …

Das alles könnten wir aus dem Predigttext des heutigen Sonntags herauslesen, wenn wir sonst nichts über Jesus hätten oder wüssten … und genau diesen Jesus stellt Doktor Martin Luther 1522 im März in den Mittelpunkt seiner Predigten.

In Wittenberg beruhigt sich durch Luthers Eingreifen die Situation wieder. Professor Karlstadt verlässt Wittenberg und wird sich dem linken Flügel der Reformation anschließen.

Vom Gekreuzigten ausgehend entwirft Luther einen Freiheitsbegriff, der sich nicht auf die jeweils eigenen Bedürfnisse ausrichtet, sondern der das Wohlergehen anderer im Blick hat.

‚Ja!‘ schreibt Luther. ‚Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan‘, und dann schreibt er weiter: ‚Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.‘ Und als Beispiel für gleichzeitig frei und gebunden nennt Luther immer wieder Christus, dem Lukas Cranach auf seinem Bild im Altar der Wittenberger Stadtkirche einen Lendenschurz malt, der an das Siegesfähnlein erinnert.

Christus, von dem wir im Predigttext aus dem Lukasevangelium gehört haben.

Für andere ist er gestorben, weil er selbst ohne Schuld war.

Für andere … ich könnte auch sagen: für mich … für Sie … für uns. Amen      

Lied EG 596, 1 – 4 ‚Ich möchte Glauben haben …‘

Abkündigungen

Instrumental Ute Emse und Michael Marfels

Gebet

Hans: Jesus Christus, wir danken dir, dass du deinen Weg an das Kreuz von Golgatha gehst, um unser Leben zu gewinnen. Wir bitten dich, lehre uns deinen Ruf in die Nachfolge zu hören, der uns auf die Seite der Schwachen in dieser Welt stellt.

Hella Benen: Lass uns erkennen, dass unser Leben gerettet ist, weil wir dann Freude daran haben werden, auch das Leben anderer zu retten. Weil du im Gehorsam deinen Weg durch das Leiden hindurch gehst, können wir frei und begnadigt vor Gott, deinem Vater, unserem Herrscher stehen.

Hille: Hilf uns, dass dieser Tag von uns in seiner Besonderheit wahr genommen wird und dass wir uns auch dann auf deine Nähe verlassen können, wenn uns alle Welt weismachen will, dass du weit weg bist.  Das bitten wir unter dem Kreuz, an dem du stirbst und wir beten mit den Worten, die du einst deinen Jüngern selbst als Gebet lehrtest:  

Vaterunser

Lied EG 421, 1 ‚Verleih uns Frieden gnädiglich …‘

An einem Tag im Kirchenjahr gehen wir ohne Segen aus der Kirche. Das heißt nicht, dass wir unbegleitet von Gott sind, aber es trägt dem Charakter dieses Tages Rechnung, der seinen Segen erst von Ostern her beziehen wird. Karfreitag geht ohne Ostern nicht auf. So schickt uns dieser Tag auf den Weg nach Ostern, das unser Herz tröstet und fröhlich macht.

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir.

Führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr.

Er reicht mir seine Hand, den Abend und den Morgen

Tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. Amen

     

 

 

 

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