Wochengruß von Pastor Andreas Siemens

Jesus Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Johannes 6,35

Wovon lebt der Mensch? Vielleicht finden wir diese Frage zu schlicht und zu zudringlich. Doch wir geben ständig Antworten darauf. In unserer Lebensführung machen wir deutlich, was wir für nötig halten, um leben zu können.
Ein ganz wesentliches Lebensmittel ist uns allen das Geld. Zwar sind wir gewohnt, aus der Kirche Kritik an unserer Jagd nach dem Geld zu hören. Aber es lässt sich zeigen, dass auch die Kirche sehr am Geld interessiert ist. All unsere Beschäftigungen mit den vermeintlich immer weniger werdenden Finanzmitteln zeigen, wie sich auch im Raum des christlichen Glaubens vieles, allzu vieles um das liebe Geld dreht.
Dabei will ich gar nicht bestreiten, dass die Christenheit auch diese Seite ihres Glaubens im Blick haben muss. Der Aufwand für das kirchliche Leben, die Sorge für den Erhalt der Kirchen und die Verpflichtungen, die wir mit der Beschäftigung von Menschen im Dienst der Ausbreitung des Evangeliums eingehen, haben Gegenstand unserer Aufmerksamkeit zu sein.
Dennoch hat mich vor vielen Jahren die Aussage eines lange wichtigen kirchlichen Finanzpolitikers sehr befremdet: das Haushaltbuch der Landeskirche sei ihr Schicksalsbuch. Das Schicksal der Kirche Jesu Christi hängt nicht an ihren Finanzmitteln. Die Kirche Jesu Christi lebt nicht vom Geld. Wenn man einen Zusammenhang zwischen Geld und Glaube herstellen will, dann wird man nur sagen dürfen: die Kirche lebt auch mit ihrem Geld. Wo sie das vergisst, stellt sie ihren Glauben in Frage.
Das ist nun nicht die Behauptung eines etwas welt- und damit geldfremden Menschen, sondern ergibt sich aus dem Wort Jesu: „Ich bin das Brot des Lebens.“ Diesem Anspruch Jesu sieht sich die Christenheit ausgesetzt. Darauf gilt es sich einzulassen. Dabei beschreibt dieser Anspruch stets eine starke Prüfung für uns. Entsprechen wir dem, was Jesus da von sich sagt? Oder reservieren wir den Glauben für große Behauptungen, unter denen wir nach ganz anderen Maßstäben leben?
Dass unser Brot, von dem wir leben, Jesus Christus ist, das will sich zeigen in unseren Handlungen und Entscheidungen und in dem Vertrauen, dass der, dem wir zugehören, uns immer auch genug zu essen gibt. Die Christenheit lebt davon, dass Jesus Christus ihr Leben gibt. Das macht sie frei. Möchten wir in solcher Freiheit leben, persönlich und in der Gemeinschaft der Kirche.

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Zum siebten Male schreiben Pastorinnen und Pastore, Diakoninnen und Diakone für den Wochengruß, der hier zu lesen ist. Dabei haben in diesem Jahr alle nachgeschaut, was sie schon mal für die Zeitung geschrieben hatten. Die Zeitungen in unserem Kirchenkreis erlauben uns an jedem Samstag ‚Gedanken zum Sontag‘ zu veröffentlichen. Viele machen dabei regelmäßig mit. Nun finden Sie im Wochengruß eine dieser Zeitungsandachten aus den vergangenen Jahren wieder. Das Motto lautet: ‚Weil’s in der Zeitung stand …‘. Zum kommenden Jahr werden diese gesammelten Wochengrüße dann in einem Kirchenkreisbuch veröffentlicht, das alle Mitarbeitenden in den Gemeinden als Geschenk des Kirchenkreises mit Dank für ihr Engagement erhalten.