Wochengruß von Pastor Arne Hüttmann

Man tut besser daran, wenn man dem Nächsten einen Pfennig gibt, als wenn man Petrus eine Kirche baut; denn das ist von Gott geboten, jenes aber nicht.

Was ist Kirche? Wenn man an Pfingsten den Geburtstag der Kirche feiert, sollte man sich eigentlich auch Zeit für die Frage stellen, die mit diesem Jubiläum einhergeht. Was ist Kirche – oder was macht Kirche aus?
Wir erleben Kirche im Rückgang. Es ist nicht immer schön, das zu sehen, aber wenn wir an die Gründung der Kirche denken, dann sehen wir auch die Menschen, die uns heute den Rücken kehren.
Kirche - , das ist so ein wenig die Ersatzveranstaltung, die das Wirken Jesu fortsetzen soll.
Und ein bisschen hat sie das über die Jahrhunderte getan, und ein bisschen eben auch nicht.
Da waren Machtbestrebungen, da waren Anhäufungen von Reichtümern und Besitz, da war zuweilen auch ein arroganter Umgang mit den Gläubigen, der der Kirche nicht gut zu Gesicht steht. Das kann einen ärgern.
Da war aber auch eine Kirche, die für Menschen da war, die Menschen Hoffnung gab, die sich für Menschen einsetzte.
Was macht Kirche aus… Kirche sind nicht die vielen tollen, alten Gebäude. Ebenso wenig ist Kirche der Pastor oder die Pastorin.
Kirche ist der Ort, wo die Nachfolge Jesu lebendig wird.
Und der hat eben keine Gebäude aus Stein gebaut.
Dem war es nicht wichtig, in der Welt einen großen Stellenwert zu haben.
Jesus hat sich für andere Menschen eingesetzt.
Wer ihm nachfolgen will, der muss sein Herz für andere öffnen.
Vielleicht meinte Luther genau das, als er diesen Satz sagte.
An Pfingsten erinnern wir uns zurück an die Anfänge von Kirche.
Und sollte unsere Kirche wie wir sie kennen auch ins Wanken geraten, -
Kirche wird Zukunft haben.
Vielleicht anders.
Vielleicht verändert.
Aber der Glaube an einen guten Gott und der Blick für den anderen Menschen sind Dinge, aus denen man nicht austreten kann, sondern die auch in Zukunft mit Sicherheit für viele Menschen eine Heimat bieten.

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Zum siebten Male schreiben Pastorinnen und Pastore, Diakoninnen und Diakone für den Wochengruß, der hier zu lesen ist. Dabei haben in diesem Jahr alle nachgeschaut, was sie schon mal für die Zeitung geschrieben hatten. Die Zeitungen in unserem Kirchenkreis erlauben uns an jedem Samstag ‚Gedanken zum Sontag‘ zu veröffentlichen. Viele machen dabei regelmäßig mit. Nun finden Sie im Wochengruß eine dieser Zeitungsandachten aus den vergangenen Jahren wieder. Das Motto lautet: ‚Weil’s in der Zeitung stand …‘. Zum kommenden Jahr werden diese gesammelten Wochengrüße dann in einem Kirchenkreisbuch veröffentlicht, das alle Mitarbeitenden in den Gemeinden als Geschenk des Kirchenkreises mit Dank für ihr Engagement erhalten.