Wochengruß von Pastor Dr. Hans Jürgen Milchner

Aus dem Leben des Dr. Martin Luther: Im Kloster

Luthers akademische Laufbahn begann mit seinem Studium an der Universität in Erfurt. Dem Willen seines Vaters nach sollte er Jura studieren. Aber ein heftiges Gewitter und seine mögliche Verheiratung auf Willen seines Vaters bewog Luther alle Brücken hinter sich abzubrechen und in das Schwarze Kloster der Augustiner-Eremiten am 17.7.1505 in Erfurt einzutreten. Luther wählte dieses Kloster unter vielen anderen in Erfurt nicht nur wegen der dortigen strengen Askese, sondern vor allem deswegen, weil er hier seine philosophisch-theologischen Studien fortsetzen konnte, wie er diese an der Universität kennen lernte.

Aber auch seine persönlichen Anfechtungen bewogen ihn, das strenge klösterliche Leben zu suchen. Es ging ihm vor allem um die Würdigkeit des Menschen vor Gott, immer verbunden mit der persönlichen Frage: „Wie kriege ich einen gnädigen Gott?“ Luther quälte in seinen Erfurter Tagen diese Frage, ob er zu den zum Heil Prädestinierten gehöre, oder zu den Nicht-Erwählten. Luther quälte sich vehement an der Werkgerechtigkeit der spätmittelalterlichen Theologie, er spürte den Zorn Gottes in seiner Suche nach einem liebenden und gnädigen Gott, der sich ihm später in seiner Wittenberger Zeit offenbarte.

Am 27.2.1507 wurde Luther im Erfurter Dom zum Priester geweiht, verbunden mit dem Auftrag Theologie zu studieren. Ein Jahr später wurde Martin Luther auf Geheiß des Ordensgeneralvikars Johannes Staupitz nach Wittenberg versetzt, um hier sein Studium fortzusetzen. Staupitz war geprägt von der innerkatholischen Reformbewegung der devotio moderna, die bestimmt auch auf Luther einen geringen Einfluss gehabt hat. Im Jahr 1510 wurde Luther von seinem Ordensvikar nach Rom gesandt, um innerklösterliche Differenzen vor Ort beobachten. In späteren Schriften hat Luther sehr kritisch auf diese Zeit in Rom zurück geblickt und beklagte die totale Verweltlichung der Römischen Kirche. Im Jahr 1511 wurde Luther erneut von Staupitz nach Wittenberg gerufen. Ein Jahr später erfolgte seine Promotion zum Doktor der Theologie. Luther übernahm die Professur Luctura Biblia und somit den Beginn seiner exegetischen Vorlesungen. Besonders die Beschäftigung mit dem Römer-Brief ließ in ihn die reformatorische Entdeckung reifen, dass der Mensch vor Gott allein aus Gnade gerecht werde. Das war der Beginn seiner Auseinandersetzung mit der Römischen Kirche und deren Ablasshandel in Sachsen. Dieser theologische Streit führt zur Veröffentlichung der 95 Thesen am 31.10.1517.

Zurück


Zum siebten Male schreiben Pastorinnen und Pastore, Diakoninnen und Diakone für den Wochengruß, der hier zu lesen ist. Dabei haben in diesem Jahr alle nachgeschaut, was sie schon mal für die Zeitung geschrieben hatten. Die Zeitungen in unserem Kirchenkreis erlauben uns an jedem Samstag ‚Gedanken zum Sontag‘ zu veröffentlichen. Viele machen dabei regelmäßig mit. Nun finden Sie im Wochengruß eine dieser Zeitungsandachten aus den vergangenen Jahren wieder. Das Motto lautet: ‚Weil’s in der Zeitung stand …‘. Zum kommenden Jahr werden diese gesammelten Wochengrüße dann in einem Kirchenkreisbuch veröffentlicht, das alle Mitarbeitenden in den Gemeinden als Geschenk des Kirchenkreises mit Dank für ihr Engagement erhalten.