Wochengruß von Pastor Friedrich Hülsmann

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.(Matthäus 4, 4)

Seit 6.000 Jahren wird Brot gebacken. In Ägypten ist es zum ersten Mal gegessen worden. Den Brotteig haben sie zum Faulen in die Sonne gestellt. Mit Sauerteig haben sie die Gärung beschleunigt. Und die Hitze haben sie in ein Gehäuse aus Schlamm eingesperrt. Wir essen Brot wie die Ägypter – und nicht Fladen wie die Griechen oder Brei wie die Römer oder Grütze wie die Germanen. Das Deutsche Brotregister mit aktuell 3.044 Brotsorten zielt auf den Schutz dieser Vielfalt durch die UNESCO als Weltkulturerbe.

Ich falte meine Hände und bete: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Mir kommen dabei die Brötchen aus dem Backshop in den Sinn, aber auch die Lebensmittel im Supermarkt. Brot – das ist: „Alles, was not tut für Leib und Leben ...“ So erklärt es Martin Luther – und nennt Beispiele: „... Essen, Trinken, Kleider, Schuh, ... Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen ... gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn ...“ Auch davon lebt der Mensch.

Ohne solches Brot können wir nicht sein. Ohne Aufhören werden wir es nötig haben. Was hat sich unser Schöpfer dabei gedacht? Die Freude am Essen & Trinken soll zum täglichen Erleben gehören. Doch die Sorge um das tägliche Brot erleben wir auch. Bettler sollen wir sein vor Gott: Ihn nötig haben, auf Seinen Segen angewiesen sein, auf Ihn warten. Aus Seiner Hand kommt unser Brot. Wir können es uns nicht selber geben. „Frömmigkeit ist der Entschluß, die Abhängigkeit von Gott als Glück zu bezeichnen.“ (Hermann Bezzel)

Wir sind Menschen vor Gott. Auch die Anrede Gottes haben wir nötig wie das tägliche Brot. Glaube – das ist die Antwort von „unten“ auf die Anrede von „oben“. Auf allen Kontinenten schlagen Menschen die Bibel auf – und werden wieder zurechtgebracht. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig. Und wovon ernähren wir uns geistig? Vieles macht voll, aber nur Eines macht satt! Mit dem Kirchenvater Augustin laßt uns beten: „Du hast uns zu dir geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir. Amen.“

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Zum siebten Male schreiben Pastorinnen und Pastore, Diakoninnen und Diakone für den Wochengruß, der hier zu lesen ist. Dabei haben in diesem Jahr alle nachgeschaut, was sie schon mal für die Zeitung geschrieben hatten. Die Zeitungen in unserem Kirchenkreis erlauben uns an jedem Samstag ‚Gedanken zum Sontag‘ zu veröffentlichen. Viele machen dabei regelmäßig mit. Nun finden Sie im Wochengruß eine dieser Zeitungsandachten aus den vergangenen Jahren wieder. Das Motto lautet: ‚Weil’s in der Zeitung stand …‘. Zum kommenden Jahr werden diese gesammelten Wochengrüße dann in einem Kirchenkreisbuch veröffentlicht, das alle Mitarbeitenden in den Gemeinden als Geschenk des Kirchenkreises mit Dank für ihr Engagement erhalten.