Wochengruß von Pastor Jürgen Kuhlmann

Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt. (Psalm 57,3)

"Schade, unser gemeinsamer Abend ist schon zu Ende." Ja, manches könnte endlos sein.
Manchmal bedauern wir es, dass das Ende gekommen ist. Manchmal macht es uns furchtbar traurig. Ich denke an den Mann, der neulich am Grab seiner Frau stand. 66 Jahre waren die beiden verheiratet gewesen. "Ich werde immer für dich da sein", das versprechen sich zwei Menschen, wenn sie heiraten. An ein Ende denken beide nicht. Und dann kommt doch das Ende der gemeinsamen Zeit. Manchmal nach 66 Jahren, manchmal aber auch schon nach
3 Jahren.
Manchmal sehnen wir uns nach einem Ende. Die Trauernden sehnen sich nach dem Ende des Schmerzes. "Wann wird es endlich nicht mehr weh tun?" In diesen Tagen werden wir wieder an ein Ende erinnert, dass auch viele herbeigesehnt haben. Viele haben das Datum im Kopf: Am 8. Mai 1945 war der 2. Weltkrieg zu Ende. Für die meisten Deutschen ist es ein Tag der Befreiung, der Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Für andere ist es auch heute noch ein Tag der Niederlage. Sie hätten sich ein anderes Ende gewünscht.
Ob es gut ist, dass etwas zu Ende gegangen oder ob es schlimm ist, kann man erst im Rückblick sagen. "Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden." , so drückt es der Philosoph Sören Kierkegaard aus.
Ich wünsche mir das Vertrauen des Menschen, der den Psalm 57 gebetet hat. Er vertraut darauf, dass Gott seine Sache zum guten Ende führt.
"Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag."
(D. Bonhoeffer)

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Zum siebten Male schreiben Pastorinnen und Pastore, Diakoninnen und Diakone für den Wochengruß, der hier zu lesen ist. Dabei haben in diesem Jahr alle nachgeschaut, was sie schon mal für die Zeitung geschrieben hatten. Die Zeitungen in unserem Kirchenkreis erlauben uns an jedem Samstag ‚Gedanken zum Sontag‘ zu veröffentlichen. Viele machen dabei regelmäßig mit. Nun finden Sie im Wochengruß eine dieser Zeitungsandachten aus den vergangenen Jahren wieder. Das Motto lautet: ‚Weil’s in der Zeitung stand …‘. Zum kommenden Jahr werden diese gesammelten Wochengrüße dann in einem Kirchenkreisbuch veröffentlicht, das alle Mitarbeitenden in den Gemeinden als Geschenk des Kirchenkreises mit Dank für ihr Engagement erhalten.