Wochengruß von Pastor Jürgen Kuhlmann

Tierischer Trost

Sind Sie ganz bei Trost? Präriewühlmäuse sind es. Sie können sich nämlich liebevoll trösten. Das haben amerikanische und niederländische Forscher herausgefunden. Die Tiere trösten Freunde und Verwandte mit einer Extraportion Fellpflege. Neu war für mich, dass sowohl die Mäuse als auch wir Menschen ein "Kuschelhormon" haben. "Oxytocin" heißt das. "Menschen beginnen etwa ab dem zweiten Lebensjahr, andere zu trösten", wird die Studie zitiert. Die Forscher haben auch herausgefunden, dass die Mäuse sich nicht aus egoistischen Motiven trösten.
Wie trösten wir uns? Selten durch eine Extraportion Fellpflege. Ich möchte auch nicht mit jedem kuscheln. Neulich habe ich meinen Konfirmandinnen und Konfirmanden ein Taschentuch in die Hand gedrückt. Die erste Frage eines Konfirmanden: "Wollen Sie uns zum Weinen bringen?" Es kam von keinem der Satz: "Ich habe keinen Schnupfen." Manches macht uns traurig. Manchmal kommen dann die Tränen - auch wenn wir versuchen, sie zurückzuhalten. Warum eigentlich?
Ein Taschentuch kann ein Trost sein. Aber nicht das Taschentuch, dass wir aus unserer Hosentasche holen. Ein tröstliches Taschentuch ist das, das uns ein anderer gibt. Das haben auch die Konfis so gesehen. Wenn uns jemand ein Taschentuch anbietet, dann hat er uns gesehen. Er hat gemerkt, dass uns etwas fehlt. Vielleicht gerade ein Taschentuch für unsere Tränen. Die Jugendlichen haben von mir noch etwas bekommen: Ein Stück Schokolade. Manche tröstet auch das.
Beim Propheten Jesaja im Kapitel 66 lese ich: "Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet." Präriewühlmäuse trösten nur verwandte oder gut bekannte Artgenossen. Gottes Herz ist größer. Wir sind ganz bei Trost!

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Zum siebten Male schreiben Pastorinnen und Pastore, Diakoninnen und Diakone für den Wochengruß, der hier zu lesen ist. Dabei haben in diesem Jahr alle nachgeschaut, was sie schon mal für die Zeitung geschrieben hatten. Die Zeitungen in unserem Kirchenkreis erlauben uns an jedem Samstag ‚Gedanken zum Sontag‘ zu veröffentlichen. Viele machen dabei regelmäßig mit. Nun finden Sie im Wochengruß eine dieser Zeitungsandachten aus den vergangenen Jahren wieder. Das Motto lautet: ‚Weil’s in der Zeitung stand …‘. Zum kommenden Jahr werden diese gesammelten Wochengrüße dann in einem Kirchenkreisbuch veröffentlicht, das alle Mitarbeitenden in den Gemeinden als Geschenk des Kirchenkreises mit Dank für ihr Engagement erhalten.