Wochengruß von Pastorin Angelika v. Clausewitz

ZU IHREM GEDÄCHTNIS…

„Erzähl doch mal…von dieser Frau, die Jesus gesalbt hat, einfach so, aus heiterem Himmel! Wie war das genau?
War das ein Sympathiebeweis? Ein harmloser Frauenüberfall oder ein gemeiner Anschlag? Und wer war sie, diese Frau? Die berüchtigte Maria aus Magdala oder, wie meine Nachbarin behauptete, Maria, die Schwester von Marta und Lazarus? War sie eine völlig fremde Frau?
Was ist bloß passiert, dass ihr von nichts anderem mehr sprechen könnt?

Also, es war kurz vor dem Passahfest. In Jerusalem wimmelte es bereits vor Besuchern und Besucherinnen; darunter auch Jesus aus Nazareth. An dem besagten Abend war er zu Gast bei Simon dem Aussätzigen aus Betanien, wie immer seine Jünger und Jüngerinnen um sich (diese Kletten!). Mitten beim Essen kam eine Frau herein (eine leibhaftige Frau in jene reine Männergesellschaft, mutig, mutig!). Sie trug ein Glas mit echtem und kostbarem Öl (damit kenne ich mich aus!). Wortlos ging sie zu Jesus, zerbrach das Glas, goss das Öl auf seinen Kopf und salbte ihn. Stille. Absolute Stille. Allen verschlug es offenbar die Sprache. Nicht lange, dann schrien die Männer die Frau an: „Was soll das? Was ist das für eine Verschwendung? Dieses kostbare Öl hätte man teuer verkaufen und das Geld den Armen geben können!“
Die Frau schwieg. Jesus verteidigte sie: „Lasst sie in Frieden! Warum schreit ihr sie an und macht sie traurig? Es tut mir gut, was sie mit mir macht. Sie weiß, was ich brauche. Arme Menschen gibt es viele in eurer Nähe, ihr könnt ihnen immer etwas geben, wenn ihr wollt. Aber ich bin nicht immer bei euch. Ich werde nie vergessen, was diese Frau für mich getan hat. Und ich sage euch: In der ganzen Welt wird man von ihr erzählen. Überall da, wo von der Liebe Gottes erzählt wird, die Menschen so mutig macht.“

Zurück


Zum siebten Male schreiben Pastorinnen und Pastore, Diakoninnen und Diakone für den Wochengruß, der hier zu lesen ist. Dabei haben in diesem Jahr alle nachgeschaut, was sie schon mal für die Zeitung geschrieben hatten. Die Zeitungen in unserem Kirchenkreis erlauben uns an jedem Samstag ‚Gedanken zum Sontag‘ zu veröffentlichen. Viele machen dabei regelmäßig mit. Nun finden Sie im Wochengruß eine dieser Zeitungsandachten aus den vergangenen Jahren wieder. Das Motto lautet: ‚Weil’s in der Zeitung stand …‘. Zum kommenden Jahr werden diese gesammelten Wochengrüße dann in einem Kirchenkreisbuch veröffentlicht, das alle Mitarbeitenden in den Gemeinden als Geschenk des Kirchenkreises mit Dank für ihr Engagement erhalten.