Wochengruß von Superintendent Hans Hentschel

Aus dem Leben Martin Luthers: Gegen den Ablasshandel

Die Welt des Dr. Martin Luther teilte sich in vier Bereiche. Da gab es den Bereich des Lebens im Hier und Jetzt. Da gab es den Himmel und dann gab es die Hölle. In den Himmel wollten die Menschen kommen, in die Hölle wollte keiner.
Um in den Himmel zu kommen durfte am nicht mir Sünden beschwert sein, die wie Gewichte den ‚Flug‘ in den HImmel vereitelten.
Die Kirche hatte einen Ort erfunden, an dem man seine Sünden loswerden konnte: das Fegefeuer. An diesem Ort der Qualen wurden in Laufe von Jahrhunderten oder Jahrtausenden die Sünden weggequält und eines Tages konnte man doch in den Himmel kommen.
Wenn nicht … na dann eben Hölle!
Der Dominikanermönch Johann Tetzel verkaufte Papierurkunden, auf denen dem Käufer bestätigt wurde, dass er für einen bestimmten Geldbetrag Sünden weggekauft hatte, die daran hinderten in den Himmel zu kommen. Weggekaufte Sünden statt weggequälte Sünden! Ablassbriefe wurden solche Urkunden genannt.
Tetzel sagte: ‚Die Heiligen der Kirche haben so viele gute Werke im Überschuss angehäuft, dass sich die Sünder von diesen guten Werken welche kaufen konnten und damit den Eintritt in den Himmel beschleunigten. ‚Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!‘
Luther fand das widerlich!
Weder können gute Werke der Heiligen fremdgenutzt werden, sagte und schrieb er, noch ziehen einen die Sünden zwangsläufig in die Hölle, wie ein Mafiosi mit Betonfüßen im Wasser ersäuft. Luther sagte: ‚Die Glaube an Christus reicht, um in den Himmel zu kommen.‘
Die Praxis der Kirche, mit der Angst vor dem Fegefeuer Geld zu verdienen, machte Luther wütend. ‚Wer sich den Himmel erkaufen will ist ein törichter Mensch!‘ sagte er.
‚Den Himmel kann man sich nur von Christus schenken lassen!‘
Wer die Angst vor dem Fegefeuer ausnutzt, um einen Profit zu machen, ist gegen Christus.
Gegen den Ablasshandel sind auch die meisten der 95 Thesen vom 31. Oktober 1517.

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Zum siebten Male schreiben Pastorinnen und Pastore, Diakoninnen und Diakone für den Wochengruß, der hier zu lesen ist. Dabei haben in diesem Jahr alle nachgeschaut, was sie schon mal für die Zeitung geschrieben hatten. Die Zeitungen in unserem Kirchenkreis erlauben uns an jedem Samstag ‚Gedanken zum Sontag‘ zu veröffentlichen. Viele machen dabei regelmäßig mit. Nun finden Sie im Wochengruß eine dieser Zeitungsandachten aus den vergangenen Jahren wieder. Das Motto lautet: ‚Weil’s in der Zeitung stand …‘. Zum kommenden Jahr werden diese gesammelten Wochengrüße dann in einem Kirchenkreisbuch veröffentlicht, das alle Mitarbeitenden in den Gemeinden als Geschenk des Kirchenkreises mit Dank für ihr Engagement erhalten.