Wochengruß zum 4. Advent von Pastorin Anke Kusche

Das Kind in der Krippe

In jedem Jahr sehen wir es wieder vor uns: das Bild der Heiligen Familie.
Maria, Josef und das Kind.
Im vergangenen Jahr habe ich eine Krippenausstellung besucht. Neben den für uns gewohnten Darstellungen war da auch eine afrikanische Krippe zu sehen –ein kleiner schwarzer Junge in einer afrikanischen Rundhütte mit afrikanischer Mama und schlankem, großem Jäger als Vater Josef- ebenso Krippen aus Russland oder Indien.
Die biblische Geschichte, die der Evangelist Lukas erzählt, wurde offenbar zu allen Zeiten und quer über die ganze Welt verstanden. Eine Frau ist schwanger. Die Umstände sind schwierig. Unter demütigenden Bedingungen bekommen sie ein Kind.
Die Heilige Familie ... ein Zimmermann, eine junge Frau, ein Neugeborenes ...
Eine Familie – ja. Aber wieso heilig? Das Kind wird bekanntlich unehelich geboren, Vaterschaft nicht eindeutig, vermutlich ärmliche Verhältnisse ... „unverantwortlich!“, würden wir sagen!
„Heilig“ meint keine moralische Bezeichnung. „Heilig“ bedeutet: zu Gott gehörig. Auch, ja gerade diese Familie in diesen schwierigen Zeiten mit all den schwierigen sozialen Faktoren gehört zu Gott, ist von Gott gewollt und bejaht. Gott wählt sich die erstaunlichsten Wege, um in und für die Welt da zu sein. Es hätten ja auch schillernde Persönlichkeiten sein können! Aber Gott sucht die Menschen des Alltags. Sucht auch uns, Sie und mich, mit der gleichen Liebe, die diese drei im Bild der Krippe miteinander verbindet.
Mit dieser Geburt kommt eine Liebe zur Welt, die sich nicht mehr auslöschen lässt.
Und wenn ich mich nun gerade ungeliebt fühle? Wenn ich gerade alleine bin und niemanden habe, der mir das sagt: Ich liebe dich!?
Dann kann ich mir das vom Bild der Weihnachtskrippe sagen lassen. Die Liebe, die da zur Welt kommt, die gilt allen Menschen. Ausnahmslos.
Gottes Liebe gibt mir Würde und Wert. Sie trägt auch in schweren Zeiten und schenkt meinem Leben Sinn.

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Zum siebten Male schreiben Pastorinnen und Pastore, Diakoninnen und Diakone für den Wochengruß, der hier zu lesen ist. Dabei haben in diesem Jahr alle nachgeschaut, was sie schon mal für die Zeitung geschrieben hatten. Die Zeitungen in unserem Kirchenkreis erlauben uns an jedem Samstag ‚Gedanken zum Sontag‘ zu veröffentlichen. Viele machen dabei regelmäßig mit. Nun finden Sie im Wochengruß eine dieser Zeitungsandachten aus den vergangenen Jahren wieder. Das Motto lautet: ‚Weil’s in der Zeitung stand …‘. Zum kommenden Jahr werden diese gesammelten Wochengrüße dann in einem Kirchenkreisbuch veröffentlicht, das alle Mitarbeitenden in den Gemeinden als Geschenk des Kirchenkreises mit Dank für ihr Engagement erhalten.